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Mein schonungsloser Rückblick ist wohl auch gleichzeitig ein beklagenswerter Ausblick auf die kommenden CSDs, die die durch die Szene selbst, immer mehr heteroalisiert werden und mit dem eigentlichen Ursprungsanlaß und -gedanken vom 28. Juni 1969 und den danach in vielen Teilen der Welt folgenden politischen Forderungen nach Gleichberechtigung und Anerkennung bis auf den Namen nichts mehr gemein haben.
Ich möchte hier meine ganz persönlichen Beobachtungen an einem West-CSD und einem Ost-CSD verdeutlichen, diese in Worte fassen, mit Bildern stichhaltig belegen und ich hoffe, daß sie nicht nur zum Nachdenken, sondern erst Recht zum Handeln anregen. Aber das wird wohl eher ein Wunsch meinerseits bleiben, denn den meisten Schwulen wird das an dem Körperteil vorbei gegen, den sie gern zur CSD-Demo zeigen und lieber dem Publikum ins Gesicht strecken.
Da ich einige Jahre in Köln wohnte und in der Szene engagiert war, weiß ich wovon ich schreibe und Leipzig ist logischerweise nach meiner Rückkehr im Sommer 2010 nach sechzehn Jahren nicht nur die Gründungsstätte des Rosa Archiv - wo es von 1986-1994 ansässig war - geblieben, sondern hier hat sich kaum etwas in der „Führung“ der Szene verändert, sehen wir einmal von einer Handvoll rübergekommenen Möchtegernwessis ab, die hier den großen Max riskieren, da sie damit drüben kein Glück hatten.
Alte Oststrukturen funktionieren in Leipzig weiterhin, denn die Altstalinisten, Ex-Genossen, roten Socken und schwulen Ex-STASI-Spitzel (mindestens einer von denen wird seit und über zwanzig Jahren nach dem Sturz der roten Diktatur weiterhin für sein hauptamtliches Tätigsein in einem Nachwendeverein mit städtischen Geldern bezahlt) versuchen immer noch, die Fäden im Hintergrund zu spinnen... Doch ich will nicht vorweg greifen.
Abbildung: Jürgen Zehnle (2011) - Kommentator der CSD West- und Ostbeiträge
Abbildung: LSU: politische Rarität - auf dem sonst zu sehr linksverseuchten Leipziger CSD wie ich es 2010 sah